Der unbekannte Shakespeare
Frühfassungen, Manuskriptfassungen, anonym veröffentlichte Werke Shakespeares
in zweisprachigen Studienausgaben
=== Neuerscheinung Frühjahr 2016, erste deutsche Einzelausgabe ===

The troublesome Raigne of King Iohn/
König Johann von Engelland

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Ludwig Tieck
237 S., Paperback, 12,-

Alles, was den Virtuosen und vollendeten Künstler macht, fehlt der alten Tragödie, aber sie ist von einem heroischen Jünglingsgeiste durchdrungen; allenthalben ist das Vaterland und seine Bedrängniß, und der Sieg über die Noth, die Hinweisung auf die künftige glänzende Zeit der Elisabeth, die Übermacht der Feinde gegen das einige Land, die Gehässigkeit des Papstthums, der Mittelpunkt, auf welchen alle Figuren hinweisen: der jugendliche Dichter ist selbst begeistert ... der strenge geschichtliche Sinn, der im alten Johann ... anzutreffen ist, findet sich nicht in der neuen Umarbeitung des Dichters‚ ja auch der Hauptcharakter hat am Tragischen eingebüßt, der im alten Schauspiel düster und großartig ist und schon in einigen Stellen auf den Ton des Macbeth hindeutet. (Ludwig Tieck)

Thomas of Woodstock/
Die Historie von Thomas von Woodstock

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Dietrich Schamp
262 S., Paperback, 10,-
-- deutsche Erstausgabe --

Das andere gängige Hauptargument gegen Shakespeare ist das der literarischen „Qualität“ (ist schlecht, kann ergo nicht Shakespeare sein), das beispielsweise nahezu jahrhundertelang gegen Stücke wie Edward III. herausgeholt wurde (oder gegen Edward de Veres Lyrik). Auch Ephraim Everitt in seiner ansonsten bemerkenswerten Edition von 1954 merkt dazu an: „The quality of the early plays which have survived in acceptable texts is so far below the better parts of the canon.“ Man sollte das anders lesen: die guten Stellen der gut erhaltenen Stücke sind nicht schlechter als der übliche „Kanon“. Dies gilt dann insbesondere für Woodstock, bei dem sich nun alle einig zu sein scheinen, daß es ein gutes Stück ist: „it proves to be a surprisingly accessible, clever, fun, tragic, humorous and engaging text“ (Mark Anderson). So einen Eindruck nachprüfbar zu machen ist ja auch die Absicht dieser Ausgabe.

Edward III./
Eduard der Dritte.

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Ludwig Tieck [und Wolf von Baudissin]
240 S., Engl. Broschur, 10,-

Ja, es ist ein Shakespeare! ... Die Welt der Shakespearologen wird von einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala erschüttert: Den kanonischen Werken des Dramatikers aller Dramatiker muß ein weiteres Stück hinzugefügt werden. Dietrich Schwanitz, DIE WELT

Wie auch immer, das Stück war des Ausgegraben-Werdens wert; so wenigstens die Meinung der Fachleute, der Shakespeare-Forscher. Sie haben wohl Recht, es ist viel mit ihm anzufangen. Marion Löhndorf, General-Anzeiger