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NEUES SHAKE-SPEARE JOURNAL
Überblick über alle Bände dieser Buchreihe mit aktuellen Preisinformationen
=== Neuerscheinung November 2014 ===

Neue Folge Band 4
Shakespeare-Lektüre 1

Inhalt:
Annette Reschke: Laudatio auf Frank-Patrick Steckel * Uwe Laugwitz: Zu dieser Veröffentlichung * Christopher Paul: Die kurios verworrene Chronik * Frank-Patrick Steckel: Brief aus der Werkstatt * Noemi Magri über Othello: * Othellos Haus in der Sagittary * Shakespeare und die Schiffe der Republik Venedig * Shakespeares Namen * Italienische Ausdrücke bei Shakespeare * Nino Erné: Der Fall Othello * Richard Paul Roe: Mittsommer in Sabbioneta * Getraude Grabert: Karneval in Venedig * Peter R. Moore: Did Ralegh Try To Kill Essex? * Notizen * Buchkritik

ISBN 9783-933077-38-7, 136 S., EUR 15,- (Abonnement 12,-)

=== new publication in August 2014 ===

Noemi Magri
Such Fruits Out of Italy

The Italian Renaissance
in Shakespeare’s Plays and Poems

Noemi Magri's combination of a detailed first-hand knowledge of Italian geography, architecture, art, and history with a cool-headed, rigorous approach to scholarship results in the kind of dazzling criticism that is rare in Shakespeare studies. She is unlike those traditional Shakespeare scholars who, as she says, "rejoice" in finding factual errors in Shakespeare. Instead, she rejoices in finding the reality that is behind Shakespeare's work. Her identification of the actual paintings described in the "Induction" to Shakespeare's The Taming of the Shrew is a tour de force, but her whole book crackles with the passion of discovery. It is not to be missed. –
Warren Hope, Professor of English, University of the Sciences

Not only does Noemi Magri assure us that "Nothing in Shakespeare is meaningless," she shows this to be the case with numerous overlooked or misinterpreted details regarding Shakespeare's intimate knowledge of Italy: its art, geography, politics, law, etymologies, and more. Collecting Magri's work into one volume here, Such Fruits Out of Italy is a treasury of Shakespearean discoveries, and a triumph of scholarship.
Michael Delahoyde, Clinical Professor of English, Washington State University

Noemi Magri's Such Fruits Out of Italy is a fascinating and scrupulously researched collection of essays that makes an excellent case for the idea that Shakespeare must have visited Italy, not merely read about the country in his source material.
Sky Gilbert, Associate Professor of Theatre, University of Guelph

A graduate of Ca’ Foscari University in Venice, Noemi Magri later devoted her PhD dissertation to Philip Sidney’s Astrophel and Stella, producing a new critical edition based on the first four editions of that Elizabethan book of sonnets. She also earned the distinction of being an Italian Fulbright scholar at New York University in 1985. For most of her professional career, she taught English at Mantua’s ITIS School and then trained the English instructors at ITIS. She also promoted English language and literature in Italian schools as an officer of the Anglo-Italian Society. For the last 15 years of her life she conducted the research and writing required to produce Such Fruits Out of Italy. She passed away in May 2011 in her native Mantua.

Editor: Gary Goldstein
special issue no. 3 of NEUES SHAKE-SPEARE JOURNAL
ISBN 9783-933077-37-0, 300 p., EUR 15,-
Steckels Shake-Speare
Lese- und Studienausgabe von 14 Dramen William Shakespeares
in der preisgekrönten neuen deutschen Übertragung von Frank-Patrick Steckel

Editionsplan/Weitere Bände:
As you Like it/Wie es euch gefällt * The most lamentable Tragedie of Romeo an Iuliet/Die Tragödie von Romeo und JuliaDie Tragödie von Romeo und Julia * Loues Labour lost/Verlorene Liebesmüh * The Tragedie of King Richard the second/Die Tragödie von König Richard II. * The Life and Death of King John/Leben und Sterben des Königs John * The Raigne of King Edward the third/Die Regierung des Königs Edward III. * The Tragedie of Cymbeline/Cymbeline * Twelfe Night, Or what you will/Die zwölfte Nacht oder Was ihr wollt * The Tragedie of Hamlet, Price of Denmarke/Die Tragödie von Hamlet, Prinz von Dänemark
--- Neuerscheinung Mai 2014 ---
Ein Mittsommernachtstraum/ A Midsommer nights dreame
Deutsch von Frank-Patrick Steckel
zweisprachige Ausgabe mit dem englischen Originaltext der Ausgabe von 1600
herausgegeben von Uwe Laugwitz

ZETTEL Sind wir alle da?
ZWING Aber klar, aber ja; und dies ist hier ein fabelhaft passender Platz für unsere Probe. Der grüne Fleck ist unsere Bühne, und der Weißdornbusch unser Bühnenhaus; und wir spielen durch, wie vor dem Herzog.
ZETTEL Peter Zwing!
ZWING Was sprichest du, hochmögender Zettel?
ZETTEL Dinge gibts in dieser Komödie von Pyramus und Thisbe, die kommen niemals an. Erstmal muß Pyramus zum sich Umbringen ein Schwert rausholen, was die Ladies nicht ab können. Wie lautet darauf Eure Antwort?
TÜLLE Bei’r Jungfrau, ein bedenkenswertes Bedenken.
KÜMMERLING Ich glaube, wir müssen das Metzeln weglassen am Schluß.
ZETTEL Kein Tüttelchen; ich weiß ein Ding, das alles gut macht. Schreibt mir einen Prolog, und laßt den Prolog sowas sagen wie wir richten mit unsern Schwertern kein Unheil an und daß Pyramus nicht wirklich tot geht; und zur noch besseren Versicherung sag ihnen, ich, Pyramus, bin nicht Pyramus, sondern Zettel, der Weber. Das wird sie in Unfurcht versetzen.

192 S., EUR 13,-- (beim Bezug der Reihe 10,-) ISBN 9783-933077-36-3
--- Neuerscheinung Januar 2014 ---
Die Tragödie von Othello, dem Mohren von Venedig/
The Tragedie of Othello, The Moore of Venice

Deutsch von Frank-Patrick Steckel
zweisprachige Ausgabe mit dem englischen Originaltext der Ausgabe von 1623
herausgegeben von Uwe Laugwitz

»Wenn er [Edward de Vere, 17. Graf von Oxford] Shakespeare war, hatte er selbst Othellos Qualen durchgemacht.«
Sigmund Freud An James S. H. Bransom, 25. März 1934

Steckel sieht und hört die Figuren auf der Bühne, er erlebt sie, wenn er ihnen Worte verleiht. Dieser Vorgang ist nicht mit Interpretation zu verwechseln. Der Versuchung, als regieführender Übersetzer den szenischen Vorgang nicht nur nachzubilden und zu vermitteln, sondern zu lenken, widersteht Steckel. Überhaupt schützt er Shakespeare vor jedweder Vereinnahmung durch genaue und puristische Übertragungen. Direktheit der Sprache und Klarheit der Gedanken zeichnen sie aus. Dabei sind sie keineswegs unsinnlich...
Annette Reschke aus der Laudatio für den Preis der Autoren

306 S., EUR 13,-- (beim Bezug der Reihe 10,-) ISBN 9783-933077-35-6
Die Macbeth Tragödie/The Tragedie of Macbeth
Deutsch von Frank-Patrick Steckel
zweisprachige Ausgabe mit dem englischen Originaltext der Ausgabe von 1623
herausgegeben von Uwe Laugwitz
mit einem Aufsatz von Frank-Patrick Steckel

weit weniger schwarz, als wir "Die Macbeth Tragödie" (wie Steckel die eigene neue und ziemlich grandiose Übersetzung überschreibt) bislang kannten. ... klar zeigt Steckel in jedem Augenblick, was und wohin (und wohin nicht) er will mit dieser alten Geschichte. Sie sieht ganz anders aus als sonst – und ist sehr neu erzählt. Die Übersetzung ist auch, aber nicht nur modern und heutig... Grundsätzlich aber ist sie streng und genau. Die auf Knappheit forcierte Grammatik fordert die ganze Kunst des Sprechens auf der Bühne ... dieser alte Fuchs, der jeden Trick kennt im Theater, zeigt einmal mehr, was das wichtigste ist an einer Inszenierung: dass einer weiß, warum er tut, was er tut.
Michael Laages auf nachtkritik.de

220 S., EUR 13,-- (beim Bezug der Reihe 10,-) ISBN 9783-933077-32-5
Timon aus Athen/The Life of Tymon of Athens
Deutsch von Frank-Patrick Steckel
zweisprachige Ausgabe mit dem englischen Originaltext der Ausgabe von 1623
herausgegeben von Uwe Laugwitz
mit Aufsätzen von Gabriele Gronewold und Frank-Patrick Steckel

Through the mouths of the dark characters of Hamlet, Timon, Lear, and Iago, he craftily says, or sometimes insinuates the things, which we feel to be so terrifically true, that it were all but madness for any good man, in his own proper character, to utter, or even hint of them.
Herman Melville

Es handelt sich um die erste oxfordianische Shake-Speare-Ausgabe (so die Schreibweise des Verfassernamens in frühen Drucken), die in ihren Anmerkungen und Kommentaren erstmals die Verfasserschaftsfrage zum Thema macht - das unterscheidet sie von allen voraufgegangenen deutsch/englischen Ausgaben und stellt in Deutschland ein absolutes Novum dar. Außerdem stellen die Büchlein den Quarto- resp. Foliotext der jeweiligen Erstausgabe der Stücke gänzlich unverändert vor - ohne Verbesserungen, ohne Modernisierungen, ohne Emendationen, ohne herausgeberische Spekulationen, auch das hat es noch nie gegeben. Die Ausgabe wendet sich ausdrücklich an ein Lesepublikum
Frank-Patrick Steckel

250 S., EUR 13,-- (beim Bezug der Reihe 10,-) ISBN 9783-933077-31-8
Leseprobe (empfohlene Seitenanzeige: Zwei Seiten)

Antonius und Cleopatra/Anthony and Cleopatra
Deutsch von Frank-Patrick Steckel
zweisprachige Ausgabe mit dem englischen Originaltext der Ausgabe von 1623
herausgegeben von Uwe Laugwitz

CLEOPATRA Was hältst du davon, Iras? Du und ich als zwei Ägypterpüppchen Auf allen Rummelplätzen Roms: stupides Volk, Verschmierte Schürzen, Latten, Eisenhämmer, Will uns erhöht sehn, um uns anzuglotzen, Ihr Atem stinkend, fetten Fraß aufstoßend, Umwölkt uns, und wir trinken Schweißgeruch. IRAS Die Götter hindern’s. CLEOPATRA Nein, das tun sie nicht. Amtliche Pfoten greifen uns wie Dirnen, Verseschmiede reimen uns zu Tod, Die schnellen Komödianten spielen uns, Und zeigen Alexandria bei Nacht: Antonius tritt betrunken auf, und mich Seh ich von irgendeinem Jüngling kreischend Als Hure dargestellt. IRAS Ihr guten Götter! CLEOPATRA Nein, das sind sie nicht. IRAS Ich werd’s nicht sehn, solange meine Nägel Mir härter als die Augen sind. CLEOPATRA Wozu das? Hier kommt der Weg, der ihre Absicht narrt, Und ihre ganz absurde Planung umwirft.

286 S., EUR 13,-- (beim Bezug der Reihe 10,-) ISBN 9783-933077-34-9
Frank-Patrick Steckel hat 1970, gemeinsam mit Peter Stein und seinem Ensemble, die Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer neu gegründet und lebt seitdem für das Theater. Seit seinen Jahren als Oberspielleiter des Bremer Theaters wandte er sich immer wieder dem Werk Shakespeares zu. Beginnend mit Die Tragödie von König Richard II.. (Bremen 1980) hat er zwölf Shakespeare-Stücke übersetzt und neun mit großem Erfolg auch selbst inszeniert: in Bochum, Bonn, Köln und zuletzt wieder in Bremen (Die Macbeth Tragödie 2009). Seine Übersetzungen gelten bei Theaterkennern und -praktikern als die besten spielbaren modernen Übersetzungen, sie wurden und werden in den vergangenen Spielzeiten nachgespielt - vom Niedersächsischen Staatsschauspiel Hannover bis zum Theater Baden-Baden, vom Nationaltheater Mannheim bis zum Theater Nordhausen. Man spürt an Steckels Übersetzungen die immer wieder neu formende Kraft, die minutiöse Arbeit an jedem einzelnen Satz, der den Leser unmittelbar anspricht. Steckels Deutsch ist eine Sprache, die den Begriff "Bühnenhochlautung" noch nicht verlernt hat und wird den sehr differenzierten Sprachebenen, die gerade das Bühnenwerk Shakespeares ausmachen, bestens gerecht.

Mit der Veröffentlichung von Leseausgaben der Shakespeare-Übersetzungen Frank-Patrick Steckels wird für das literarische Publikum auch nachvollziehbar, wie sehr hier jemand zu würdigen ist, der sein Leben der Arbeit an der deutschen Sprache gewidmet hat - auf der Bühne und mit höchster philologischer Genauigkeit im Buch.

„Steckels Übersetzung (des King John) war eine Offenbarung, die Verse griffig, ohne Füllsel, die Reime treffend und unforciert, ein Sprachduktus, in dem die vertrackte Geschichte von Intrige, Verrat und Mord zu einem geistigen Erlebnis wurde.“
(Wilhelm Hortmann, Shakespeare und das deutsche Theater, Cambridge/Berlin 2001)

„Das ist gefühlt und gesprochen in der Symbolsprache des siebzehnten Jahrhunderts, der Zeit und Ewigkeit eines sind.”
(R. Michaelis, „König Leid“, DIE ZEIT, 31.10.1980)

„Steckel, der eine hoch intelligente, gewitzte, luzide Übersetzung verfasst hat, die in der Bibliothek der modernen Poesie ihren Platz hat, (…) verhehlt nicht die Konstruiertheit des Textes, in dem Sprachäußerung immer für und gegen den Gefühlsausdruck steht. Er stellt sie im Gegenteil aus und löst sie so auf.“
Andreas Wilink, Westdeutsche Zeitung 3. Okt. 1998 (Verlorene Liebesmüh)

„(…) seine eigene Eindeutschung aber ist auch nicht kleinlaut: Überraschend in der Metaphorik, wagemutig in den Wortschöpfungen, kantig gewitzt in der Dialogführung.“
Andreas Rossmann, FAZ 9. Okt. 1998

"Was aber leistet die Ausgabe, so dass sie für den Shakespeare-Interessierten reizvoll sein kann? Es ist sicherlich nicht der Umstand, dass die Bände bemerkenswert günstig sind und dass von "Timon aus Athen" aktuell gar keine anständige deutsche Einzelausgabe vorliegt.
Die Ausgabe ist zweisprachig im Paralleldruck: Links steht der englische Text nach dem Erstdruck, rechts Steckels Übersetzung. Modernisiert ist das Original nicht, was die präzise Auseinandersetzung mit ihm natürlich enorm erleichtert. Uwe Laugwitz nennt im Nachwort zu "Timon von Athen" dieses Vorgehen eine "originalgetreue Editionspraxis" und vergleicht sie mit der bei "Hölderlin, Kleist, Kafka". ... die Ausgabe [ist] ein wenig pragmatischer als etwa die Kleist-Edition von Roland Reuß und Peter Staengle. Aber ist das schlimm? Vielleicht für Erbsenzähler, nicht aber für die, die sich Shakespeare neu oder erneut erlesen möchten.
Denn die Ausgabe ist schließlich nicht in Leinen gebunden, um in Bibliotheken auf Leser zu warten, sondern für die Auseinandersetzung hier und heute. Sie lädt ein zur Beschäftigung mit dem Original, indem sie es unkompliziert präsentiert. Und vor allem bietet sie eine Übersetzung, die der Vorlage beeindruckend gerecht wird. Sie ist weit prägnanter als die in Deutschland weiterhin kanonische Tieck-Übersetzung. Das gilt nicht nur für die Wortwahl, sondern auch für den Umgang mit dem Vers, der zumal bei "Timon aus Athen" eine Herausforderung ist, weil er wiederholt rauh und unregelmäßig ist. Ergänzend liefert das Nachwort wichtige Hinweise zu Shakespeares Vorlagen und zur Überlieferungsgeschichte.
Das macht sie teilweise arg prägnant, so dass der mit der Forschung weniger vertraute Leser das eine oder andere nachschlagen muss. Aber dieses Vorgehen ist nicht weiter schlimm, denn es zeigt, was für ein Bild Steckel und Laugwitz vom Leser ihrer Ausgabe haben. Sie setzen konsequent auf einen neugierigen Leser und nicht auf einen, dem man alles in hübsch verpackten Happen servieren muss. Editionsvorhaben sind häufig entweder eine Angelegenheit für wenige Spezialisten, die sich erst mit viel Aufwand in die Edition einarbeiten müssen, oder andererseits ein Buchprojekt, das so tut, als habe man es mit Bewohnern einer Einrichtung für betreutes Lesen zu tun. Steckel macht beides nicht und findet so genau das richtige Maß zwischen den beiden gängigen Extremen. Das ist sehr zu begrüßen.
Wie sehr er Übersetzungen für die Gegenwart anfertigt, zeigt ebenso seine "Macbeth Tragödie", die er vor knapp vier Jahren in Bremen selbst auf die Bühne gebracht hat. Michael Laages hat die Übersetzung damals schon präzise beschrieben. Nun kann sich endlich ein breites Publikum von ihr überzeugen. Aktuell dominiert weiterhin die von Thomas Brasch die Theaterlandschaft. Sie ist von 1990. Experimentierfreudigere Regisseure greifen sogar zu der freieren Übertragung Heiner Müllers aus den frühen 70er Jahren. Die "Macbeth Tragödie" hat das Zeug, beide herauszufordern.
"You shall be King", möchte man Steckel mit Banquo zurufen. Dass hier jedoch besser geschwiegen wird, liegt schlicht daran, dass Steckel sogleich die Ambivalenz des Lobes klar wäre."
Dr. Kai Bremer auf nachtkritik.de

Das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Wer schrieb Shakespeare?
Walter Klier
Der Fall Shakespeare

Die Autorschaftsdebatte und der 17. Graf von Oxford als der wahre Shakespeare
bisher bekannt als
Das Shakespeare-Komplott

320 S., Paperback

neuer Preis: EUR 15,-

Dieses Buch erschien in einer ersten und weniger umfangreichen Fassung im Jahr 1994 unter dem Titel Das Shakespeare-Komplott. Es hat nicht nur dazu beigetragen, die so gut wie vergessene Frage nach der Identität von William Shakespeare im deutschen Sprachraum wieder nachhaltig aufzuwerfen, sondern es sind auch seither und teils als Folge davon zahlreiche neue Aspekte aufgetaucht und größere und kleinere Teilprobleme angesprochen worden, weswegen eine gründliche Überarbeitung und Erweiterung geboten schien. »Der Fall Shakespeare« ist eine sorgfältig überarbeitete, bebilderte und wesentlich erweiterte Neuauflage von Das Shakespeare- Komplott, gedacht als Standardwerk für alle an der Autorschaftsfrage und der damit verbundenen wissenschaftlichen Kontroverse Interessierten.
unter den Sachbüchern des Monats Oktober 2004

Bis heute gibt es aber, außerhalb der universitären Anglistik, der gut gerüsteten und schwerfälligen Armada aus Stratfordians, eine Menge unabhängiger Zweifler. Sie glauben nicht an den William aus Stratford, sie glauben an eine Vertuschung, an ein Komplott. Das macht ihre Lage schwierig, noch bevor sie ein Wort der Begründung gesagt haben. Wer ein Komplott aufdecken will, muß in den Nebel, in dem auch der Verschwörungswahn wohnt. Die Stratfordians haben sich diese Nachbarschaft gerne zunutze gemacht. Ihr kleines Problem ist, daß die Identität des Provinzkrämers mit dem Dramatiker durch kein Dokument zweifelsfrei bewiesen wird. Drei Millionen Schriftstücke hat das Ehepaar Wallace Anfang dieses Jahrhunderts durchgesehen, um den einen entscheidenden Zettel zu finden. Er hat sich bis heute nicht gefunden. Das Shakespeare-Komplott von Walter Klier wäre auch dann noch ein erudiertes und scharfsinniges Buch, wenn er sich morgen fände.
Michael Maar

Der unbekannte Shakespeare
wenig bekannte Werke Shakespeares in Fortsetzung
Band II
-- jetzt als Paperbackausgabe --

Thomas of Woodstock/
Die Historie von Thomas von Woodstock

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Dietrich Schamp
262 S., Paperback, 10,-
-- deutsche Erstausgabe --

„Chronologische Überlegungen“ werden in der Shakespeare-Forschung immer dann herangezogen, wenn die Gefahr droht, daß wahr wird, was nicht wahr sein darf, oder – mit anderen Worten – eine Shakespeare-Chronologie gibt es nicht. Wahr darf für Anhänger der Theorie, daß ein William Shakspere aus Stratford Verfasser der Shakespeare-Dramen ist ... nicht sein, daß seine Werke allzu früh vor 1590 entstanden. Daher sind die „Jugendwerke“ Shakespeares auch so unbeliebt bei der konventionellen Forschung, denn die stratfordianischen Woodstock-Befürworter winden sich entsprechend, diese Werke am Rande des zulässigen Zeitraums anzusiedeln ..., denn es gibt wie gesagt überhaupt keine Chronologie, nur ein endloses Feld der Vermutung um vermeintliche „Entstehungsdaten“. Dies gilt entsprechend für Anhänger der Theorie, daß Edward de Vere, 17. Graf von Oxford, der Verfasser ist: hier wäre eine „Entstehung“ in den 1570er Jahren durchaus plausibel; nach 1604 hingegen kommen dann Theorien von „Nachbearbeitung“ bis hin zu Fälschung ins Spiel. Das andere gängige Hauptargument gegen Shakespeare ist das der literarischen „Qualität“ (ist schlecht, kann ergo nicht Shakespeare sein), das beispielsweise nahezu jahrhundertelang gegen Stücke wie Edward III. herausgeholt wurde (oder gegen Edward de Veres Lyrik). Auch Ephraim Everitt in seiner ansonsten bemerkenswerten Edition von 1954 merkt dazu an: „The quality of the early plays which have survived in acceptable texts is so far below the better parts of the canon.“ Man sollte das anders lesen: die guten Stellen der gut erhaltenen Stücke sind nicht schlechter als der übliche „Kanon“. Dies gilt dann insbesondere für Woodstock, bei dem sich nun alle einig zu sein scheinen, daß es ein gutes Stück ist: „it proves to be a surprisingly accessible, clever, fun, tragic, humorous and engaging text“ (Mark Anderson). So einen Eindruck nachprüfbar zu machen ist ja auch die Absicht dieser Ausgabe.
Band I

William Shakespeare
Edward III./
Eduard der Dritte.

zweisprachige Ausgabe
mit der unmodernisierten Übersetzung von Ludwig Tieck
240 S., Engl. Broschur, 10,-

Edward III. wird wie ich hoffe wegen seiner Merkwürdigkeit Interesse erregen, es ist eins der schönsten Jugendwerke des Dichters
Ludwig Tieck an Johann Friedrich Cotta, 17. Juli 1822

Ich persönlich muß gestehen, daß ich nach der Lektüre des Stückes überrascht war, daß hunderte von Jahren gestritten werden konnte, ob es sich um ein Stück von Shakespeare handelt oder nicht. Frank-Patrick Steckel

Ja, es ist ein Shakespeare! ... Die Welt der Shakespearologen wird von einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala erschüttert: Den kanonischen Werken des Dramatikers aller Dramatiker muß ein weiteres Stück hinzugefügt werden. Dietrich Schwanitz, DIE WELT

So kann man demnächst in Muße und mit dem großen Vergnügen, das das Tiecksche Shakespeare-Deutsch auch hier wieder bereitet, die schaurig-brachiale Geschichte von dem englischen König Edward (1312-1377) nachlesen, der aus den wie üblich fadenscheinigen dynastischen Gründen den Plan faßt, Frankreich zu erobern und damit — weil es beim Anfangserfolg nicht bleiben wird — den hundertjährigen Krieg zwischen beiden Ländern anzettelt. Tagesspiegel

Wie auch immer, das Stück war des Ausgegraben-Werdens wert; so wenigstens die Meinung der Fachleute, der Shakespeare-Forscher. Sie haben wohl Recht, es ist viel mit ihm anzufangen. Marion Löhndorf, General-Anzeiger

deutsche Erstausgabe der Gedichte Edward de Veres (alias Shakespeare) in einer bibliophilen Edition

The Poems of Edward de Vere/
Edward de Veres Gedichte

Deutsch von Kurt Kreiler

104 S., EUR 20,-, Halbleinen

Um mit einem großen Mißverständnis aufzuräumen: die vierundzwanzig Gedichte sind nicht die ersten Gehversuche eines tastenden Jünglings. Sie bewegen sich mühelos in den verschiedenen Metren, sind makellos in der Form und von hoher Aussagekraft. Ein sehr verletzbares, verletztes, aber auch kraftvolles und selbstbewußtes Subjekt tut sich in ihnen kund. Schwierigste Inhalte und Ideen werden in knappster Form verdichtet, für den Ausdruck der subjektiven Problematik aber immer neue Bilder und Assoziationen gefunden.

Aus dem Nachwort von Kurt Kreiler

Christopher Marlowes Werke

Eduard II./Der Jude von Malta

in der klassischen Übersetzung
von Eduard von Bülow
217 S., geheftet
neuer Preis: EUR 10,-
'Der Jude von Malta' ist also ein Phantom; die Authentizität des Drucktextes ist zweifelhaft, niemand weiß, wer alles an dieser Ausgabe mitgemischt haben könnte; außerdem ist das Werk ein Gespenst, ein legendäres antisemitisches Machwerk, kolportiert und selbst Kolportage und bis in die neueste Zeit hinein mehr Spielzeug eitler Selbstbespiegelung von Leuten wie Hans Mayer oder Stephen Greenblatt als Werk, das wirklich für sich zu stehen in der Lage ist. Man kann es jetzt lesen, in einer Fassung, die zumindest in ihrer unprätentiösen sprachlichen Kraft dem Werk nichts nachgibt, ja es überhaupt erst im Deutschen lesbar macht: es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, daß Eduard Bülows Marlowe-Übersetzung das leistet, was Schlegel-Tieck- Baudissin bei Shakespeare geleistet haben. Leider hat Karl Eduard von Bülow (1803-1853), Novellendichter, Zeitgenosse, Freund und leider zu früh gestorbener präsumptiver Biograph Ludwig Tiecks so viel mir bekannt ist nur diese zwei Werke übersetzt. Es hat sich mal wieder niemand darum gekümmert, wie so oft. Man sollte es lesen, trotz aller begründeten Abneigung gegen dieses bisweilen schwer erträgliche antisemitische Machwerk, denn daß es keines ist, wird mir keine noch so ausgefallene Apologetik z.B. eines Friedemar Apel (der mit Berufung auf die in diesem Punkt wenig hilfreichen Marx und Stephen Greenblatt den Antisemitismus wegzureden versucht – bei Wagenbach, wo die autosuggestiven „nimmermüden Kritiker der Ellenbogengesellschaft“ ganz entre nous sind) einreden können.
Das Massaker von Paris/
Die Historie von Doktor Faustus

Deutsch von Dietrich Schamp
Mit Nachworten 1972 und 1999
182 S., geheftet
neuer Preis: EUR 10,-
Im ersten Band einer neuen Marlowe-Edition erscheinen „Das Massaker von Paris“ und erstmals in überlieferungstreuer Rekon- struktion „Doktor Faustus“, womit Marlowes Intellektuellen- Geschichte endlich unverfälscht durch spätere Zusätze zugänglich gemacht wird.

„Das Massaker von Paris“ lag bis vor kurzem in deutscher Übersetzung nicht vor. Die kraftvolle Naivität dieses Textes mit seiner poetischen Komprimierung der turbulenten Vorgänge des französischen Bürgerkriegs entsprach nicht dem Zustand unserer Bühne. Dabei würde dem Theater heute die Besinnung auf seine ursprünglichen, spezifischen Mittel nur gut tun. Solche Mittel aber sind: Poetisierung, rituelle Artistik, gleichnishafte Darstellung, kunstvolle Sprache. ... Die Motorik politischer Vorgänge in Zeiten krisenhafter Auseinandersetzung und zuschlagender sendungsbewußter Brutalität aber ist kaum prägnanter und sinnbildhafter auf dem Theater denkbar. ... Daß Marlowe, der genialische Gleichaltrige aus Shakespeares Jugend, einen „Doktor Faustus“ geschrieben hat, lernt man auf der Schule. Jeder aber, der irgendwann einmal einen Blick in eine der deutschen Fassungen des Stücks, wie sie bis jetzt vorlagen, getan hat, wird vielleicht ähnlich reagiert haben wie zunächst auch ich: man wandte sich achselzuckend wieder ab. Aus dem Nachwort 1972

In der Tat ist Schamps Übersetzung grundsätzlich getreuer. Besser als Schlüter weiß er eine Grundregel des Übersetzens in Acht zu nehmen, nämlich sich vor „falschen Freunden“ zu hüten. ... Zu hoffen ist, dass die ... Bemühung um Marlowes dramatisches Werk vielleicht den Durchbruch des neben Shakespeare bedeutendsten Theaterautors aus dem elisabethanischen England in deutscher Sprache einläuten könnte. Arnd Beise in literaturktik.de

Auf dem Mars soll das Leben bedeutend besser sein -- Nachträge zum 20. Jahrhundert
Erstveröffentlichung:
Frida Ehrenstein
Die Schlange

Erzählungen und das Tagebuch eines Dienstmädchens
204 S., EUR 18,-, Halbleinen

Evelyne Polt-Heinzl
Die Werke Frida Ehrensteins (1894-1980), der Schwester des expressionistischen Schriftstellers Albert Ehrenstein, entstanden in den 30er/40erJahren und werden hier zum ersten Mal gedruckt.

Es war 5.00 Uhr nachmittags, als ich das Haus betrat und Madam mir mein Zimmer zeigte. Sie zündete eine Kerze an. Mein Mut sank. 'Haben Sie hier kein elektrisches Licht, Madam?' fragte ich. 'Oh ja, die Leuchten sind da, sie sind nur zur Zeit nicht angeschlossen.' Sie sagte nicht, ob das überhaupt geschehen würde. Als ich allein war, um meine Sachen auszupacken, mußte ich zum Bett gucken... Nein, das Bettzeug war nicht sauber... Sollte ich auf der Stelle wieder weggehen? Vielleicht wäre es besser, ich bliebe diese Woche. Also ging ich die drei Treppen zur Küche hinunter. Madam suchte gerade das Eßgeschirr heraus, das ich benutzen sollte: zwei Tassen und zwei Teller, beides angestoßen. Was kommt als nächstes? Nachts kletterte ich die Treppen hoch ins Bett. Der Wasserkrug war leer. Ich war zu müde, um gleich wieder in die Küche hinunterzugehen und den Krug zu füllen; die Stufen waren so steil. Um 6 Uhr am nächsten Morgen stand ich auf, zog mich an und ging hinunter in die Küche. Als ich den Rolladen hochzog, fühlte ich, daß Madam hinter mir stand. Ich drehte mich um, um Guten Morgen zu sagen. Was für ein hartes Gesicht, dachte ich. Vielleicht hatte sie eine Menge Probleme. Das macht manche weich, andere aber hart.

Albert Ehrenstein an Stefan Zweig, 22.8.35: 'Gleichzeitig schicke ich Ihnen das Ms. Einer humoristischen Erzählung ... die von meiner Schwester Frida verfaßt wurde, die mit 40 Jahren unter die Schriftsteller ging, plötzlich - als es am aussichtslosesten.'

Erstveröffentlichung:
Carl Ehrenstein
Der Zumpel

89 S., EUR 12,-, Halbleinen
Helmuth Schönauer
Diese Erinnerungen Carl Ehrensteins (1892-1971) über seine Kindheit in Wien und der Slowakei um 1900 entstanden in den 20erJahren und erscheinen hier zum ersten Mal vollständig in Buchform

Erschien ich auf der Dorfstraße, so umkreiste mich stets eine jugendliche Bauernrotte und sang in ihrer Sprache das anheimelnde Kampflied: 'Jud, Dreckruch, Wagenradbekleckter!' - es ist schwer übersetzbar. Mich nannten sie mit Vorliebe 'Zumpel', welchen Beinamen ich Mischka Popper verdanke. Mütterlicher Sparsamkeit wegen trug ich nämlich noch mit fünf Jahren Schnellfeuerhosen mit hinten offenem Visir, daraus neugierig das Hemdende, der sogenannte Zumpel in die Welt hinein ragte und den Witz des Mischka Popper und aller Bauernjungen hinterrücks herausforderte.

Sie werden nur um desto mehr behagen -- verschollenes 19. Jahrhundert
Friedrich Theodor Vischer:
Ur-Faust 3

80 S., geheftet., EUR 5,-
Der Tragödie dritter Theil in drei Acten in seiner ursprünglichen Gestalt / Treu im Geiste des zweiten Theils des Göthe’schen Faust.

Diese ursprüngliche Fassung von Vischers Faust 3, die sich von der bekannten späteren Version unterscheidet wie der Ur- Faust von Faust 2, wurde seit 1864 nie wieder in dieser Form nachgedruckt. Ein unzensiert frisches und derbes und zugleich sprachlich außerordentlich kunstreiches Meisterwerk eines lebenslangen Goetheforschers, der wie kein zweiter die Sprache des Meisters zu imitieren verstand.

Abschied von der alten Welt
eine Verabschiedung und eine Auswanderungsgeschichte in zwei Bänden, geschrieben von Vater und Tochter

Texanische Lieder
Aus mündlicher und schriftlicher Mittheilung deutscher Texaner.
von Heinrich Hoffmann von Fallersleben
61 S., geheftet
EUR 5,-
Diese Gedichtsammlung gab Hoffmann seinem Freund Adolf Fuchs mit auf den Weg, als dieser Deutschland in Richtung Texas, damals eine freie Republik, verließ. Originalgetreuer Nachdruck gemäß der anonymen Ausgabe San Felipe de Austin [tatsächlich Wandsbeck] o.J. [1846]

Pastor Fuchs ... hat seine Stellung als Pastor von Kölzow aufgegeben und wandert nach Texas aus. ... Wir unterhalten uns lebhaft über Texas. Fuchs singt mit seiner lieblichen Stimme mehrere meiner Lieder, die alle auf seine Auswanderung Bezug haben. Uns kommen die Thränen in die Augen. Den folgenden Tag unterhalten wir uns fast nur über Auswanderung und Deutschlands Gegenwart und Zukunft. Auch ich in meiner Lage müßte auswandern ... Und doch konnte ich dem Drange nicht widerstehen, Wünsche und Hoffnungen auszusprechen, deren Verwirklichung Anderen eine Rechtfertigung und ein Trost sein konnte. Und so dichtete ich denn meinem lieben Fuchs ein Abschiedslied - [...] Ich hatte meinem ausgewanderten Freunde versprochen, ich wollte ihm diese Lieder gedruckt nachsenden, zugleich auch die Melodien dazu, damit er dann beides in der neuen Welt später einmal nachdrucken lassen könnte. Die Lieder waren schon Ende Aprils druckfertig. Ich hatte mich bei meinen wenigen Hülfsmitteln doch so in Texas hineingelebt, daß ich ganz heimisch darin war und dafür und daraus dichten konnte. [H.v.F., Mein Leben]

Robert
Ein geistlicher Roman von
Adolf Fuchs
Neudruck der Ausgabe Rostock 1842
288 S., Paperback, EUR 12,-
Adolf-Fuchs-Gedenkfeier in Kölzow
Carl Adolf Friedrich Fuchs (1805-1885), Freund und Zeitgenosse von Hoffmann von Fallersleben, Heinrich Laube u.a. war einer der führenden Intellektuellen des 'Jungen Deutschland'. In seinem autobiographischen Roman 'Robert' schildert er wenig versteckt seinen eigenen Werdegang. Als freiheitsliebender Burschenschaftler studiert er in Jena Philosophie und Theologie und versucht, zwischen Rationalismus und Supranaturalismus seine eigenen naturreligiösen Auffassungen zu entwickeln. Zurückgekehrt nach Mecklenburg, der 'verstecktesten Ecke Deutschlands', schildert er sehr plastisch seine Erlebnisse als Kandidat, Hauslehrer und schließlich Pastor in Kölzow. 1842 muß dieses Buch provozierend gewirkt haben; es ist möglich, daß sämtliche Exemplare des Buchs in Deutschland eingesammelt und vernichtet wurden. In seinem unbedingten Freiheitsstreben ist Fuchs verwandt mit den Freigeistern des frühen 20. Jahrhunderts. In der drei Jahre nach Erscheinen des Romans auch vollzogenen Auswanderung, über die er in 'Robert' bereits ausführlich reflektiert, sah er schließlich den besten Weg, 'ein neues deutsches Vaterland' nach seinen Vorstellungen zu gründen. Sein Leben in Amerika spiegelt sich aufschlußreich in den Altersmemoiren seiner Tochter Ottilie.
Was Großmutter erzählt
von
Ottilie Goeth, geb. Fuchs.
Neudruck der Ausgabe San Antonio 1915
202 S., Paperback, EUR 12,-
mit zahlreichen Abbildungen
Ottilie Goeth, geb. Fuchs (1836-1926) war die zweitjüngste Tochter von Pastor Adolf Fuchs. In ihren im hohen Alter aufgezeichneten Erinnerungen schildert sie uns plastisch, wie das Auswanderungsprojekt ihres ideal angelegten Vaters in der texanischen Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts umgesetzt wurde. In einem auch sprachlich souveränen Rückblick auf ein arbeitsreiches Leben bringt Ottilie uns nahe, wie sie ihre Welt der Gegensätze erlebt hat und was ihr Beitrag zur Gestaltung dieser Welt gewesen ist.

"Es war im Frühling 1846, als wir nach Cat Spring gekommen, und da hieß es denn nun auch gleich, Hand ans Werk zu legen. Ein bescheidener Pflug, von einem Joch Ochsen gezogen, war zur Hand... Wie mochte dem Gelehrten hinterm Pfluge zu Mute sein, wie ungeschickt und schwerfällig ihm alles von der Hand ging, die wohl den Violinbogen und die leichtere Gartenschere zu handhaben gewußt. Aber diese Ochsen, dieser Pflug! Was nützte alle Geometrie, sechs Sprachen und Logarithmen, es ging nicht. Und hielt da nicht zu Pferde am Felde Mephistopheles in höllischer Person und spottete wie einst in der Hexenküche:
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb’ mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker den du erntest, selbst zu düngen.
Glücklicher Weise war’s aber kein Mephisto, sondern einer jener liebenswürdigen amerikanischen Ansiedler, ... der jetzt vom Pferde stieg und dem Vater in freundlichster Weise zeigte, wie eine widerspenstige Pflugschar zu bändigen. - Ein gar saures Frühjahr mag's gewesen sein, aber wir alle griffen frisch mit an, wo es geschehen konnte, so wurde Verzagtheit verbannt, wenn sie uns anwandeln wollte."