Laugwitz Verlag
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Steckels Shake-Speare

Lese- und Studienausgabe von Hauptwerken William Shakespeares
in der legendären neuen deutschen Übertragung von Frank-Patrick Steckel

aktuell im Deutschlandfunk:
Zu Besuch in einer "Fälscherwerkstatt"
Frank-Patrick Steckel im Gespräch mit Susanne Burkhardt
NEUES
SHAKE-SPEARE
JOURNAL

Überblick über alle Bände dieser Buchreihe

Der unbekannte Shakespeare

Frühfassungen, Manuskriptfassungen, anonym veröffentlichte Werke Shakespeares in zweisprachigen Studienausgaben

Band III
The troublesome Raigne of King Iohn/
König Johann von Engelland

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Ludwig Tieck
237 S., Paperback, 12,-
-- Neuerscheinigung, erste deutsche Einzelausgabe --

Alles, was den Virtuosen und vollendeten Künstler macht, fehlt der alten Tragödie, aber sie ist von einem heroischen Jünglingsgeiste durchdrungen; allenthalben ist das Vaterland und seine Bedrängniß, und der Sieg über die Noth, die Hinweisung auf die künftige glänzende Zeit der Elisabeth, die Übermacht der Feinde gegen das einige Land, die Gehässigkeit des Papstthums, der Mittelpunkt, auf welchen alle Figuren hinweisen: der jugendliche Dichter ist selbst begeistert ... der strenge geschichtliche Sinn, der im alten Johann ... anzutreffen ist, findet sich nicht in der neuen Umarbeitung des Dichters‚ ja auch der Hauptcharakter hat am Tragischen eingebüßt, der im alten Schauspiel düster und großartig ist und schon in einigen Stellen auf den Ton des Macbeth hindeutet. (Ludwig Tieck)
Band II
Thomas of Woodstock/
Die Historie von Thomas von Woodstock

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Dietrich Schamp
262 S., Paperback, 10,-
-- deutsche Erstausgabe --
Das andere gängige Hauptargument gegen Shakespeare ist das der literarischen „Qualität“ (ist schlecht, kann ergo nicht Shakespeare sein), das beispielsweise nahezu jahrhundertelang gegen Stücke wie Edward III. herausgeholt wurde (oder gegen Edward de Veres Lyrik). Auch Ephraim Everitt in seiner ansonsten bemerkenswerten Edition von 1954 merkt dazu an: „The quality of the early plays which have survived in acceptable texts is so far below the better parts of the canon.“ Man sollte das anders lesen: die guten Stellen der gut erhaltenen Stücke sind nicht schlechter als der übliche „Kanon“. Dies gilt dann insbesondere für Woodstock, bei dem sich nun alle einig zu sein scheinen, daß es ein gutes Stück ist: „it proves to be a surprisingly accessible, clever, fun, tragic, humorous and engaging text“ (Mark Anderson). So einen Eindruck nachprüfbar zu machen ist ja auch die Absicht dieser Ausgabe.
Band I
Edward III./
Eduard der Dritte.

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Ludwig Tieck [und Wolf von Baudissin]
240 S., Engl. Broschur, 10,-
Ja, es ist ein Shakespeare! ... Die Welt der Shakespearologen wird von einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala erschüttert: Den kanonischen Werken des Dramatikers aller Dramatiker muß ein weiteres Stück hinzugefügt werden. Dietrich Schwanitz, DIE WELT

Wie auch immer, das Stück war des Ausgegraben-Werdens wert; so wenigstens die Meinung der Fachleute, der Shakespeare-Forscher. Sie haben wohl Recht, es ist viel mit ihm anzufangen. Marion Löhndorf, General-Anzeiger

Christopher Marlowe
Werke in 2 Bänden
Band II
Eduard II./Der Jude von Malta

in der klassischen Übersetzung
von Eduard von Bülow
217 S., Paperback;
EUR 10,-
'Der Jude von Malta' ist also ein Phantom; die Authentizität des Drucktextes ist zweifelhaft, niemand weiß, wer alles an dieser Ausgabe mitgemischt haben könnte; außerdem ist das Werk ein Gespenst, ein legendäres antisemitisches Machwerk, kolportiert und selbst Kolportage und bis in die neueste Zeit hinein mehr Spielzeug eitler Selbstbespiegelung von Leuten wie Hans Mayer oder Stephen Greenblatt als Werk, das wirklich für sich zu stehen in der Lage ist. Man kann es jetzt lesen, in einer Fassung, die zumindest in ihrer unprätentiösen sprachlichen Kraft dem Werk nichts nachgibt, ja es überhaupt erst im Deutschen lesbar macht: es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, daß Eduard Bülows Marlowe-Übersetzung das leistet, was Schlegel-Tieck- Baudissin bei Shakespeare geleistet haben. Leider hat Karl Eduard von Bülow (1803-1853), Novellendichter, Zeitgenosse, Freund und leider zu früh gestorbener präsumptiver Biograph Ludwig Tiecks so viel mir bekannt ist nur diese zwei Werke übersetzt.
Arnd Beise in literaturktik.de
Band I
Das Massaker von Paris/
Die Historie von Doktor Faustus

Deutsch von Dietrich Schamp
Mit Nachworten 1972 und 1999
182 S., geheftet; EUR 10,-
„Das Massaker von Paris“ lag bis vor kurzem in deutscher Übersetzung nicht vor. Die kraftvolle Naivität dieses Textes mit seiner poetischen Komprimierung der turbulenten Vorgänge des französischen Bürgerkriegs entsprach nicht dem Zustand unserer Bühne. Dabei würde dem Theater heute die Besinnung auf seine ursprünglichen, spezifischen Mittel nur gut tun. Solche Mittel aber sind: Poetisierung, rituelle Artistik, gleichnishafte Darstellung, kunstvolle Sprache. ... Die Motorik politischer Vorgänge in Zeiten krisenhafter Auseinandersetzung und zuschlagender sendungsbewußter Brutalität aber ist kaum prägnanter und sinnbildhafter auf dem Theater denkbar. ... Daß Marlowe, der genialische Gleichaltrige aus Shakespeares Jugend, einen „Doktor Faustus“ geschrieben hat, lernt man auf der Schule. Jeder aber, der irgendwann einmal einen Blick in eine der deutschen Fassungen des Stücks, wie sie bis jetzt vorlagen, getan hat, wird vielleicht ähnlich reagiert haben wie zunächst auch ich: man wandte sich achselzuckend wieder ab.
Aus dem Nachwort 1972
Walter Klier
Der Fall Shakespeare

Die Autorschaftsdebatte und der 17. Graf von Oxford als der wahre Shakespeare
bisher bekannt als
Das Shakespeare-Komplott

320 S., Paperback; EUR 15,-

Dieses Buch erschien in einer ersten und weniger umfangreichen Fassung im Jahr 1994 unter dem Titel Das Shakespeare-Komplott. Es hat nicht nur dazu beigetragen, die so gut wie vergessene Frage nach der Identität von William Shakespeare im deutschen Sprachraum wieder nachhaltig aufzuwerfen, sondern es sind auch seither und teils als Folge davon zahlreiche neue Aspekte aufgetaucht und größere und kleinere Teilprobleme angesprochen worden, weswegen eine gründliche Überarbeitung und Erweiterung geboten schien. »Der Fall Shakespeare« ist eine sorgfältig überarbeitete, bebilderte und wesentlich erweiterte Neuauflage von Das Shakespeare- Komplott, gedacht als Standardwerk für alle an der Autorschaftsfrage und der damit verbundenen wissenschaftlichen Kontroverse Interessierten.
unter den Sachbüchern des Monats Oktober 2004

Bis heute gibt es aber, außerhalb der universitären Anglistik, der gut gerüsteten und schwerfälligen Armada aus Stratfordians, eine Menge unabhängiger Zweifler. Sie glauben nicht an den William aus Stratford, sie glauben an eine Vertuschung, an ein Komplott. Das macht ihre Lage schwierig, noch bevor sie ein Wort der Begründung gesagt haben. Wer ein Komplott aufdecken will, muß in den Nebel, in dem auch der Verschwörungswahn wohnt. Die Stratfordians haben sich diese Nachbarschaft gerne zunutze gemacht. Ihr kleines Problem ist, daß die Identität des Provinzkrämers mit dem Dramatiker durch kein Dokument zweifelsfrei bewiesen wird. Drei Millionen Schriftstücke hat das Ehepaar Wallace Anfang dieses Jahrhunderts durchgesehen, um den einen entscheidenden Zettel zu finden. Er hat sich bis heute nicht gefunden. Das Shakespeare-Komplott von Walter Klier wäre auch dann noch ein erudiertes und scharfsinniges Buch, wenn er sich morgen fände.
Michael Maar

The Poems of Edward de Vere/
Edward de Veres Gedichte

Deutsch von Kurt Kreiler

104 S., EUR 20,-, Halbleinen

Um mit einem großen Mißverständnis aufzuräumen: die vierundzwanzig Gedichte sind nicht die ersten Gehversuche eines tastenden Jünglings. Sie bewegen sich mühelos in den verschiedenen Metren, sind makellos in der Form und von hoher Aussagekraft. Ein sehr verletzbares, verletztes, aber auch kraftvolles und selbstbewußtes Subjekt tut sich in ihnen kund. Schwierigste Inhalte und Ideen werden in knappster Form verdichtet, für den Ausdruck der subjektiven Problematik aber immer neue Bilder und Assoziationen gefunden.

Aus dem Nachwort von Kurt Kreiler

Abschied von der alten Welt
eine Verabschiedung und eine Auswanderungsgeschichte in zwei Bänden, geschrieben von Vater und Tochter
Texanische Lieder
Aus mündlicher und schriftlicher Mittheilung deutscher Texaner.
von Heinrich Hoffmann von Fallersleben
61 S., geheftet
EUR 5,-
Diese Gedichtsammlung gab Hoffmann seinem Freund Adolf Fuchs mit auf den Weg, als dieser Deutschland in Richtung Texas, damals eine freie Republik, verließ. Originalgetreuer Nachdruck gemäß der anonymen Ausgabe San Felipe de Austin [tatsächlich Wandsbeck] o.J. [1846]

Pastor Fuchs ... hat seine Stellung als Pastor von Kölzow aufgegeben und wandert nach Texas aus. ... Wir unterhalten uns lebhaft über Texas. Fuchs singt mit seiner lieblichen Stimme mehrere meiner Lieder, die alle auf seine Auswanderung Bezug haben. Uns kommen die Thränen in die Augen. Den folgenden Tag unterhalten wir uns fast nur über Auswanderung und Deutschlands Gegenwart und Zukunft. Auch ich in meiner Lage müßte auswandern ... Und doch konnte ich dem Drange nicht widerstehen, Wünsche und Hoffnungen auszusprechen, deren Verwirklichung Anderen eine Rechtfertigung und ein Trost sein konnte. Und so dichtete ich denn meinem lieben Fuchs ein Abschiedslied - [...] Ich hatte meinem ausgewanderten Freunde versprochen, ich wollte ihm diese Lieder gedruckt nachsenden, zugleich auch die Melodien dazu, damit er dann beides in der neuen Welt später einmal nachdrucken lassen könnte. Die Lieder waren schon Ende Aprils druckfertig. Ich hatte mich bei meinen wenigen Hülfsmitteln doch so in Texas hineingelebt, daß ich ganz heimisch darin war und dafür und daraus dichten konnte. [H.v.F., Mein Leben]

Robert
Ein geistlicher Roman von
Adolf Fuchs
Neudruck der Ausgabe Rostock 1842
288 S., Paperback, EUR 12,-
Adolf-Fuchs-Gedenkfeier in Kölzow
Carl Adolf Friedrich Fuchs (1805-1885), Freund und Zeitgenosse von Hoffmann von Fallersleben, Heinrich Laube u.a. war einer der führenden Intellektuellen des 'Jungen Deutschland'. In seinem autobiographischen Roman 'Robert' schildert er wenig versteckt seinen eigenen Werdegang. Als freiheitsliebender Burschenschaftler studiert er in Jena Philosophie und Theologie und versucht, zwischen Rationalismus und Supranaturalismus seine eigenen naturreligiösen Auffassungen zu entwickeln. Zurückgekehrt nach Mecklenburg, der 'verstecktesten Ecke Deutschlands', schildert er sehr plastisch seine Erlebnisse als Kandidat, Hauslehrer und schließlich Pastor in Kölzow. 1842 muß dieses Buch provozierend gewirkt haben; es ist möglich, daß sämtliche Exemplare des Buchs in Deutschland eingesammelt und vernichtet wurden. In seinem unbedingten Freiheitsstreben ist Fuchs verwandt mit den Freigeistern des frühen 20. Jahrhunderts. In der drei Jahre nach Erscheinen des Romans auch vollzogenen Auswanderung, über die er in 'Robert' bereits ausführlich reflektiert, sah er schließlich den besten Weg, 'ein neues deutsches Vaterland' nach seinen Vorstellungen zu gründen. Sein Leben in Amerika spiegelt sich aufschlußreich in den Altersmemoiren seiner Tochter Ottilie.
Was Großmutter erzählt
von
Ottilie Goeth, geb. Fuchs.
Neudruck der Ausgabe San Antonio 1915
202 S., Paperback, EUR 12,-
mit zahlreichen Abbildungen
Ottilie Goeth, geb. Fuchs (1836-1926) war die zweitjüngste Tochter von Pastor Adolf Fuchs. In ihren im hohen Alter aufgezeichneten Erinnerungen schildert sie uns plastisch, wie das Auswanderungsprojekt ihres ideal angelegten Vaters in der texanischen Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts umgesetzt wurde. In einem auch sprachlich souveränen Rückblick auf ein arbeitsreiches Leben bringt Ottilie uns nahe, wie sie ihre Welt der Gegensätze erlebt hat und was ihr Beitrag zur Gestaltung dieser Welt gewesen ist.

"Es war im Frühling 1846, als wir nach Cat Spring gekommen, und da hieß es denn nun auch gleich, Hand ans Werk zu legen. Ein bescheidener Pflug, von einem Joch Ochsen gezogen, war zur Hand... Wie mochte dem Gelehrten hinterm Pfluge zu Mute sein, wie ungeschickt und schwerfällig ihm alles von der Hand ging, die wohl den Violinbogen und die leichtere Gartenschere zu handhaben gewußt. Aber diese Ochsen, dieser Pflug! Was nützte alle Geometrie, sechs Sprachen und Logarithmen, es ging nicht. Und hielt da nicht zu Pferde am Felde Mephistopheles in höllischer Person und spottete wie einst in der Hexenküche:
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb’ mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker den du erntest, selbst zu düngen.
Glücklicher Weise war’s aber kein Mephisto, sondern einer jener liebenswürdigen amerikanischen Ansiedler, ... der jetzt vom Pferde stieg und dem Vater in freundlichster Weise zeigte, wie eine widerspenstige Pflugschar zu bändigen. - Ein gar saures Frühjahr mag's gewesen sein, aber wir alle griffen frisch mit an, wo es geschehen konnte, so wurde Verzagtheit verbannt, wenn sie uns anwandeln wollte."

Auf dem Mars soll das Leben bedeutend besser sein -- Nachträge zum 20. Jahrhundert
Sie werden nur um desto mehr behagen -- verschollenes 19. Jahrhundert
Erstveröffentlichung:
Frida Ehrenstein
Die Schlange

Erzählungen und das Tagebuch eines Dienstmädchens
204 S., EUR 18,-, Halbleinen

Evelyne Polt-Heinzl
Die Werke Frida Ehrensteins (1894-1980), der Schwester des expressionistischen Schriftstellers Albert Ehrenstein, entstanden in den 30er/40erJahren und werden hier zum ersten Mal gedruckt.

Es war 5.00 Uhr nachmittags, als ich das Haus betrat und Madam mir mein Zimmer zeigte. Sie zündete eine Kerze an. Mein Mut sank. 'Haben Sie hier kein elektrisches Licht, Madam?' fragte ich. 'Oh ja, die Leuchten sind da, sie sind nur zur Zeit nicht angeschlossen.' Sie sagte nicht, ob das überhaupt geschehen würde. Als ich allein war, um meine Sachen auszupacken, mußte ich zum Bett gucken... Nein, das Bettzeug war nicht sauber... Sollte ich auf der Stelle wieder weggehen? Vielleicht wäre es besser, ich bliebe diese Woche. Also ging ich die drei Treppen zur Küche hinunter. Madam suchte gerade das Eßgeschirr heraus, das ich benutzen sollte: zwei Tassen und zwei Teller, beides angestoßen. Was kommt als nächstes? Nachts kletterte ich die Treppen hoch ins Bett. Der Wasserkrug war leer. Ich war zu müde, um gleich wieder in die Küche hinunterzugehen und den Krug zu füllen; die Stufen waren so steil. Um 6 Uhr am nächsten Morgen stand ich auf, zog mich an und ging hinunter in die Küche. Als ich den Rolladen hochzog, fühlte ich, daß Madam hinter mir stand. Ich drehte mich um, um Guten Morgen zu sagen. Was für ein hartes Gesicht, dachte ich. Vielleicht hatte sie eine Menge Probleme. Das macht manche weich, andere aber hart.

Albert Ehrenstein an Stefan Zweig, 22.8.35: 'Gleichzeitig schicke ich Ihnen das Ms. Einer humoristischen Erzählung ... die von meiner Schwester Frida verfaßt wurde, die mit 40 Jahren unter die Schriftsteller ging, plötzlich - als es am aussichtslosesten.'

Erstveröffentlichung:
Carl Ehrenstein
Der Zumpel

89 S., EUR 12,-, Halbleinen
Helmuth Schönauer
Diese Erinnerungen Carl Ehrensteins (1892-1971) über seine Kindheit in Wien und der Slowakei um 1900 entstanden in den 20erJahren und erscheinen hier zum ersten Mal vollständig in Buchform

Erschien ich auf der Dorfstraße, so umkreiste mich stets eine jugendliche Bauernrotte und sang in ihrer Sprache das anheimelnde Kampflied: 'Jud, Dreckruch, Wagenradbekleckter!' - es ist schwer übersetzbar. Mich nannten sie mit Vorliebe 'Zumpel', welchen Beinamen ich Mischka Popper verdanke. Mütterlicher Sparsamkeit wegen trug ich nämlich noch mit fünf Jahren Schnellfeuerhosen mit hinten offenem Visir, daraus neugierig das Hemdende, der sogenannte Zumpel in die Welt hinein ragte und den Witz des Mischka Popper und aller Bauernjungen hinterrücks herausforderte.

Friedrich Theodor Vischer:
Ur-Faust 3

80 S., geheftet., EUR 5,-
Der Tragödie dritter Theil in drei Acten in seiner ursprünglichen Gestalt / Treu im Geiste des zweiten Theils des Göthe’schen Faust.

Diese ursprüngliche Fassung von Vischers Faust 3, die sich von der bekannten späteren Version unterscheidet wie der Ur- Faust von Faust 2, wurde seit 1864 nie wieder in dieser Form nachgedruckt. Ein unzensiert frisches und derbes und zugleich sprachlich außerordentlich kunstreiches Meisterwerk eines lebenslangen Goetheforschers, der wie kein zweiter die Sprache des Meisters zu imitieren verstand.